Dokumentation Dresden 2010/2011

Die 17. Stunde (02.02.2011)

Aufgrund dringender Termine wurde die Aufführung um eine Woche verschoben. In der letzten Schulwoche soll somit das Stück vor Publikum aufgeführt werden. Da wir Videokamera und Fotoapparat für die geplante Vorführung mit hatten, nutzten wir die zur Verfügung stehende Zeit zum erneuten Proben und machten einen Videomitschnitt und einige Fotos. Als Gast durften wir bei der Theater-AG einen angehenden Sozialpädagogen begrüßen, der die 90 Minuten über die Theatertruppe und ihre Leitung beobachtete und dem Spielen der Teilstücke aufmerksam folgte. Nach einer spielerischen Erwärmung und Einstimmung auf die Stunde spielten wir jedes Teilstück zweimal durch. Nach der Pause wählten die Kinder spezielle Szenen aus, die sie noch einmal proben wollten und diejenigen, wo ihrer Einschätzung nach Probleme auftraten. Gegen Ende der Stunde wurden mit musikalischer Begleitung weitere Details der Rückwand fertiggestellt. Im Allgemeinen weckte die Videoausrüstung bei den Schülern großes Interesse. Da das Vorspielen mitgefilmt wurde, war erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration erkennbar. Einige Kinder spielen ihre Rolle sehr überzeugend und setzten Mimik und Gestik treffend ein. Wir hoffen, dass sie ihre Aktivität und Spielfreude auch vor großen Publikum beibehalten werden.

   

Die 16. Stunde (26.01.2011)

Nach einer kleinen spielerischen Einstimmung auf die Stunde, nutzten wir die Hälfte der Zeit für das Spielen der Schildbürger. Schließlich bot die heutige AG-Runde die letzte Möglichkeit vor der Aufführung noch einmal intensiv das Stück zu besprechen und zu proben. Aufgrund krankheitsbedingt fehlender Schüler spielten wir als Leiter selbst eine Rolle im Stück, was die Schüler sehr begeisterte und beim Spielen anspornte.

Die 40 Schlussminuten nutzen wir zur verfeinerten Gestaltung der Rückwand. Konturen, Details der Landschaft et cetera wurden von den Schülern mittels Wachsmalstiften auf das große Hintergrundbild übertragen. Weiterhin wurde ein Ortseingangsschild (Schilda) erstellt und ein Stadtwappen entworfen. Die Schüler gingen sehr konzentriert und mit viel Enthusiasmus zu Werke. Einziges Manko stellte bei der Arbeit das Fehlen der Musik dar. Nicht desto Trotz schauen die Kinder mit freudiger Erwartung auf das Vorführen ihres Theaterstücks nächste Woche im Kindergarten und im Seniorenheim.

   

Die 15. Stunde (19.01.2011)

In die heutige Sitzung starteten wir mit einer 10 minütigen Erzählrunde, welche von den Kindern mit reger Beteiligung bestritten wurde. Wir bemerkten in der Pause ihr gestresstes Befinden und ihren erschöpften Zustand. Mittels einem Gruppendynamik-Spieles versuchten wir die Schauspieler anschließend auf das Proben der Teilstücke einzustimmen. Dabei bildeten alle eine große Raupe (jedes Kind war ein Glied der Kette und fasste dem Vordermann an deren Schultern), welche sich auf unterschiedliche Weise durchs Klassenzimmer und sich an Hindernissen vorbei bewegt. Darauf zu achten war, dass die Raupenformation immer bestehen quasi „ganz" bleibt, die Schüler also ihre Bewegungen miteinander abstimmen und sich an den anderen orientieren mussten. Dies rief sehr viel Spielspaß hervor. Teilstück 1 lief etwas problematisch, da ungewohnt Unstimmigkeit herrschte bei dem Bau des Rathauses. Nachdem wir diese Passage mehrfach geübt haben gingen wir weiter im Stück und machten immer da Pause, wo es Unsicherheiten gab. Nachdem Teilstück 1 aufgeführt wurde, setzten wir erneut eine kleine Erholungspause an, um nachfolgend Teilstück 2 durchzuspielen, welches im Allgemeinen flüssiger verlief. Gegen Ende ließen wir wieder Zeit, um Sitzhocker zu bemalen und Gemütszustände und Tätigkeiten darzustellen.

   

Die 14. Stunde (12.01.11)

Als Einstieg in die Stunde sangen wir das Lied „Wer will fleißige Handwerker sehen" mit musikalischer Begleitung. Obwohl noch nicht alle Requisiten zur Verfügung standen, waren die Kostüme für die Schüler sehr hilfreich und sie spielten freudig die zwei Teilstücke. Leider fehlten zwei Schüler, sodass es öfters zu Brüchen kam, da andere Schüler ihre Rollen übernommen haben. Dennoch freuten wir uns sehr über die rege Spielbereitschaft. Bei möglichen Problemen schafften wir es deeskalierend einzugreifen und viele Schüler ins „Boot" zu holen. Schirme und Eimer als Requisiten wurden gut angenommen und ins Spiel integriert. Weiterhin waren wir sehr erfreut, dass viele Schüler sich bemühten langsamer und deutlicher zu sprechen, was dem Inhalt des Stücks und dem Spielen sehr zuträglich war. Als Abschluss ließen wir die Schüler ihr Lieblingskostüm für das Stück malen oder ihre Papphocker weiter mit Wachsmalstiften verzieren.

In Zukunft müssen wir an einem übersichtlichen Vorspielen üben und den geeigneten Einsatz von Medien (Lieder, Hintergrundmusik) und Requisiten abstimmen und proben, damit bei den noch ausstehenden Aufführungen alles ein wenig „runder" verläuft. Textsicherheit unter den Schülern besteht bereits.

   

Die 13. Stunde (05.01.11)

Die angekündigte Aufführung des Stücks vor Hort-Kindern und Schülern der Grundschule stand auf der Tagesordnung. Für viele kam das Vorspielen sehr plötzlich und völlig überraschend, sodass sie doch sehr aufgeregt schienen. Nachdem wir alle nötigen Materialien zur Probe in den Raum gebracht hatten, wo die Vorstellung stattfand, sprachen wir mit den Schülern und versuchten sie auf ihren Auftritt vorzubereiten und zu beruhigen.

Die „kleinen Schauspieler" sprachen während des Stücks im Allgemeinen sehr schnell und teilweise undeutlich, vermutlich wegen dem Fakt des großen Publikums und der bühnenähnlichen Konstellation. Nach der Aufführung wechselten wir in unseren gewohnten Raum und werteten mit den Schülern und unserer Betreuungslehrerin den Auftritt aus. Anbei spielten wir erneut die zwei Texte vor. Wir bemerkten, dass wir an einigen Stellen gut Musik einbauen können und die Schüler viel langsamer sprechen müssen, damit es für das Publikum (gerade für die Kindergartenkinder) auch verständlich ist und nebenbei auch mehr Raum existiert, um zu Spielen und die anderen Sinne zu aktivieren. Zu Ende der Doppelstunde ließen wir den Schülern Zeit, damit sie sich ihre Wunsch-Kostüme überlegen konnten, die sie in der nächsten Theaterstunde mitbringen sollen. Einige versuchten den gewählten Beruf mittels einer treffenden Eigenschaft bzw. Tätigkeit darzustellen.

   

Die 12. Stunde (15.12.10)

In dieser Zeit schafften wir es einige Vorsätze zur Stundengestaltung umzusetzen. Teilstück 1 bereitete -wie erwartet- größere Probleme als das darauffolgende. Wir ließen die Schüler aus dem Gedächtnis ihren Rollentext aufschreiben, um ihn bei Bedarf im Stück zu verwenden. Es stellte sich heraus, dass die Kinder ihre Texte sehr mühsam rekapitulieren konnten. Zur Hilfe konnten sie die Textvorlage verwenden und so ihre Texte vervollständigen. Diese Arbeitsphase verlief sehr ruhig und diszipliniert ab. Wir spielten das erste Teilstück komplett und ließen schwierige Passagen wiederholen. Nach der Besprechung des ersten Teilstücks entließen wir die Schüler in eine ca. 5- minütige Pause. Die zweite Hälfte der Stunde begann mit der Arbeit am zweiten Teilstück, der sehr zufriedenstellend von den Schülern über die Bühne gebracht worden war. Es traten selten Probleme mit dem Text auf, vielmehr beim Spielen des Stückes. Im Anschluss daran ließen wir die Kinder ihren Papphocker individuell gestalten (mit Wachsmalstiften, bunten Papier etc.). Für die kommende Stunde im neuen Jahr wollen wir einen Regelkatalog mit den Schülern zusammen erstellen und neben der Koordination auf der Bühne und ebenso an der Textsicherheit feilen. Schließlich steht in einer der nächsten Stunden die Probe vor den Hort-Schülern an, die Theatergruppe ist sich dessen bewusst.

   

Die 11. Stunde (08.12.10)

Müsste man die 90 Minuten in einem Wort zusammenfassen wäre „anstrengend“ wohl treffend.

Charakteristisch für die Doppelstunde war eine stetige Unruhe, ungewohntes Zappeln und Rascheln auf den Papphockern und erhebliche Schwierigkeiten beim Erlernen ihrer neuen Texte und ganz besonders bei der  Rezitation der bekannten Satzteile aus dem ersten Teil des Stückes. Einige wussten ihren Einsatz nicht mehr oder verdrehten ihre Texte. Uns kam es so vor als würde der neue Text den Schülern erhebliche Probleme bereiten, womit wir an diesem verstärkt arbeiteten. Mit ihren Gedanken waren sie nicht wirklich beim Stück. Ein möglicher Grund für die Situation und das Schülerverhalten könnte der Trainerwechsel für die Kinder gewesen sein (an der Sportgrundschule war ihr gewohnter Trainer  nicht da; sein Unterricht wurde vertreten) oder die am selbigen Tag stattfindende Weihnachtsfeier mit Eltern und Lehrern. Wir beendeten somit auch 15 Minuten eher die AG, damit alle Kinder pünktlich zur Veranstaltung konnten. Wir sind uns bewusst, dass es mannigfaltige Gründe geben kann, die letztendlich zu Schwierigkeiten führen können. Welche Rahmenbedingungen auch immer gegeben und ausschlaggebend waren, haben wir uns für die noch kommende Stunde (letzte Stunde vor den Weihnachtsferien) vorgenommen, einen kleinen Regelkatalog (Verhalten- und Umgangsregeln) in der Theater-AG mit den Schülern aufzustellen und jeden unterschreiben zu lassen. Dieser „Vertrag“ soll an der Türe befestigt werden. Geplant ist neben der Arbeit am Text noch die restlichen Requisiten anzufertigen.

Eine Schwierigkeit sehen wir auch in uns als Leiterpersonen. Wir sind zwei unterschiedliche Charaktere: Für den Schüler ist es schwierig sich auf zwei Lehrer „gleichzeitig“ zu konzentrieren. Die Teilung der Doppelstunde wäre also eine Option, damit die Schüler sich nur an eine Person ausrichten. Der „Lehrer“-Wechsel geschieht quasi in der Pause. Wir werden auch in Kontakt treten mit unserer Ansprech-Lehrerin an der Schule, wie wir die Situation lösen können.

Im Allgemeinen lagen die meisten Probleme in der stark nachlassenden Konzentrationsfähigkeit.

Es herrschte oft Unruhe und kleine Zwistigkeiten unter den Schülern. Beispielsweise war unklar wer welchen Papphocker zum Bauen des Rathauses nimmt und wo er ihn platziert. So ließen wir jeden Schüler seinen Hocker beschriften und übten nochmal den Aufbau. Für die weitere Planung wollen wir eine circa 7- minütige Pause eintakten, damit die Schüler in dieser Zeit etwas abspannen, Essen, Trinken etc. erledigen können und nicht 90 Minuten ihre Konzentration aufrecht erhalten müssen. Ein Feedback von Schülerseite und mögliche Verbesserungsvorschläge im Ablauf der Theaterstunden wollen wir einholen. Dennoch sind wir guter Dinge und freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit mit den Schülern und das Proben am Stück.

   

Die 10. Stunde (01.12.10)

Wir konnten in dieser Sitzung zum ersten Mal mit dem gestalteten Hintergrund arbeiten. Es zeigte sich, dass die Schüler damit schneller in das Theaterspielen fanden und auch mehr Spaß daran hatten in ihre Rollen zu schlüpfen. Aufgrund der Größe des Hintergrundes haben wir das große Bild am oberen Rand mit einer Eisenstange erschwert und anschließend über die Tafel gelegt. Wir befestigten weiterhin einige Klettstreifen auf dem Bild um dann Mäuse, die Katze und die Feuer auf der Rückwand platzieren zu können. Die Kinder spielten zu Beginn den ersten Teil durch. Dabei gingen wir nach zusammenhängenden Gesprächsverläufen vor, nach denen wir immer kurz unterbrachen und Rückmeldungen von den Schülern einforderten, um zu erfahren, welche Dinge von den „Schauspielern“ gut gelöst worden sind und welche Verbesserungsmöglichkeiten es gäbe. Dann ließen wir den Teil nach erteilten Ratschlägen von Schüler-und Leiterseite erneut spielen und der nächste Abschnitt war an der Reihe. Der Aufbau des Rathauses aus Papphockern verlief koordiniert.  Nachdem der erste Teil des Stückes zufriedenstellend abgelaufen ist und da keine Probleme bei Textpassagen auftaten, fingen wir mit dem zweiten Teilstück an. Erst lasen wir das Stück gemeinsam durch. Jeder las dabei einen Rollentext und übergab dann das Wort seinem Nachbarn, der weiter im Text voranschritt. Im Anschluss sollten die Schüler eine kurze Inhaltszusammenfassung geben. Nun stand die Rollenaufteilung auf dem Plan. Sie verlief etwas chaotisch, da zwei Schüler gleichzeitig eine spezielle Rolle haben wollten. Wir entschieden uns für die Schülerin, welche im ersten Teil eine vom Textumfang geringere Rolle hatte. Die zweite Schülerin zeigte sich daraufhin sehr betrübt. Im neuen Stück gaben wir der Ebengenannten eine Rolle, die eine Schlüsselstelle im Text erfüllt. Wir sprachen mit der Schülerin und verdeutlichten ihr die Priorität der Rolle und lobten sie für ihre bisherige Leistung. Nach langer intensiver Gesprächszeit war sie wieder ermutigt und die Traurigkeit über die nicht bekommene Rolle war verflogen. Sollten wir in Zukunft in so eine Situation gelangen, könnte man da vielleicht den Zufall entscheiden lassen (Münze werfen oder die Rolle ziehen lässt etc.). An den zweiten Teil des Stückes gingen die Schüler sehr engagiert zu Werke. Das Neue schien sie sehr zu reizen und bereitete ihnen viel Spaß. Nicht zuletzt da viel mit den angefertigten Requisiten gearbeitet werden konnte.

   

Die 9. Stunde

In diesen 90 Minuten bevölkerten wir den Raum für das Fach Kunst. Alle Schüler gestalteten das große Hintergrundbild der Stadt. Mit Farben und Pinsel arbeiteten 4 Schüler an dem Malen der Flächen. Wir zeichneten mit Wachsmalstiften vor. Am Bild orientierten wir uns an einer von den Schülern favorisierten Zeichnung einer Schülerin der Theater-AG. Die restliche Kinder arbeiteten ebenfalls an den Requisiten. Aus Styropor wurde eine große Wolke gebastelt an die weiße dicke Wollfäden geklebt wurden an denen kleine runde Styropor-Kugel befestigt waren – fertig war die Schneewolke. Ebenfalls wurde eine große schwarze Katze und ein Feuer auf Styropor vorgezeichnet. Weitere Bausteine für das Rathaus wurden aus Papphockern gebaut.

Zur Freude von allen wurde das großformatige Hintergrundbild komplett von den Schülern fertiggestellt. In diesen zwei Stunden hatte jeder Schüler eine spezielle, kreative Aufgabe, die sie sehr gut erfüllt haben. Selbst andere Lehrer, welche aufgrund de Elternsprechtages noch zu der Zeit in der Schule waren, zeigten sich zufrieden und waren über die Leistung einiger Schüler verblüfft. Wir als Leiter hätten ebenfalls nicht erwartet, dass der Hintergrund fertiggestellt werden könnte und waren überrascht wie gewissenhaft und in angemessener Lautstärke alle als Gruppe zusammengearbeitet haben. Wir beendeten die Sitzung 10 Minuten eher, damit auch alle ihre Arbeitsmaterialien ordnungsgemäß reinigen und verstauen konnten. Dies erwies sich als eine richtige Entscheidung.

Wir konkretisierten in Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Lehrerin einen Probetermin für das Stück, der Ende Januar/ Anfang Februar stattfinden soll. Vermutlich werden wir nach momentanen Stand den ersten Teil des Stückes spielen, je nachdem wie weit wir im gesamten Stück voranschreiten.

   

Die 8. Stunde

Die heutige Sitzung stand voll im Bild des Theaterspielens. Wir fragten die Schüler nach Erlebnissen am Tag und versuchten möglichst emotionalen „Schutt“ abzubauen. Die Schüler entschieden sich als Einführungs-Erwärmungsspiel für die Laolawelle. Trotz des hohen Bewegungscharakters  hielt es sich mit der Lautstärke in Grenzen und die Schüler konzentrieren sich auf die Bewegung des Vordermannes, um diese ebenfalls korrekt auszuführen. Im Anschluss erhöhten wir das Tempo und fügten eine Lockerungsübung, die Körperpartien von Kopf bis Fuß erwärmten, an.

Der erste Teil des Stückes wurde zu Beginn im Kurs laut vorgelesen. Danach übten wir das Stück zweimal mit den verteilten Rollen. Der letzte Durchgang wurde als eine öffentliche Vorführung inszeniert, bei der nur 2-3 Schüler auf der „Bühne“ standen und die anderen Schüler als „Zuschauergäste“ vor der Bühne saßen und zuschauten. Die jeweiligen Zuschauer sollten die Spieler einschätzen, ihnen Tipps, Kritik und Verbesserungsvorschläge bieten. Dabei wurde teilweise recht adäquat die Situation und Leistung der Schüler eingeschätzt, allerdings wurde ab der vierten Person ein „Sündenbock“ für das Kippen des Stückes gesucht. Ein Junge wurde angeklagt nicht mit vollem Eifer da bei gewesen zu sein und viel Unsinn ins Stück zu übernehmen. Die weiteren Einschätzungen bezogen sich so vehement und vermehrt auf den „angeklagten“ Schüler. Im Anschluss folgten unsere Bemerkungen, wobei wir betonten, dass es falsch und kontraproduktiv ist einen „Schuldigen“ zu suchen, bei einer möglicherweise nicht so gelungenen Aufführung. Wir lobten alle Schüler für ihren Einsatz und nannten individuelle Reserven für die Zukunft. Wir versuchten den einen (zu Unrecht angeklagten) Schüler aufzubauen, indem wir seine Bedeutung und Leistung für das Stück betonten. Er hat schwierige Rollen, ist aber dennoch sehr textsicher und spielt gut. Vor den ganzen Schülern stellten wir klar, dass nur als Team, als Gruppe das Theaterstück gut werden kann. Kritik sollte berechtigt sein und gut begründet erfolgen. Wir hielten es hierbei für angebracht darauf hinzuweisen, dass dies auch ein langwieriger Lernprozess ist, der sich über viele Jahre erstreckt. Theater soll allen beteiligten Schülern Spaß machen und es soll nicht in Druck oder Belastungen für einige Schüler ausarten. Das Stück ist ein Werk für alle, eine gemeinsame Leistung, für die jeder einen (seinen) Teil beiträgt. Perfekt kann und soll das Theaterstück nicht sein, denn es besitzt seinen Reiz in der individuellen Interpretation und Aktion der einzelnen Schüler. Nur soll auch bedacht werden, dass jeder Schüler eine Funktion im Gesamtstück ausübt und somit auch eine Art „Verpflichtung“ gegenüber den anderen spielenden Schülern. Der Spaßfaktor die Entwicklung der Empathiefähigkeit und das Spielen mit Ausdrucksformen sei dabei vorrangig und wichtig. Es ist aber nur natürlich, dass es auch Tage gibt an denen man sein Potential nicht in der Art abrufen kann wie gewohnt.

Im Nachhinein hätten wir die Einschätzungen der Schüler schon beim weiteren Nennen des Betreffenden (projizierte „Schuldige“) unterbinden sollen. Wir bemerkten wie gekränkt er danach war, von einigen Mitschülern angeklagt worden zu sein. Unsere Sichtweise und Version der Dinge war ihm dabei nicht annähernd so wichtig wie die seiner Mitschüler.

Diese Theatersitzung lief dennoch zufriedenstellend ab: Auf Laufwege und Blickrichtung bei der Interaktion der Schüler wurde geachtet. Das Bauen des Rathauses im Stück machte den Beteiligten Freude, wobei es bei einigen Schülern zur Ablenkung kam und ihre Rolle im Stück ein wenig vergaßen.

   

Die 7. Stunde

In dieser Stunde durften wir 10 Schüler als Teilnehmer begrüßen. Da unsere Materialien zur Verfügung standen nahmen wir die ersten 45 Minuten zur Gestaltung der Rückwand für das Stück und das Aufbauen von Sitzhockern aus Pappe (u.a. als Bausteine für das Rathaus) und veranschlagten den Rest der Stunde zum Spielen des Stückes.

Die Kinder erwiesen sich als sehr gewissenhaft und arbeiteten fleißig. Somit war es mehr als alles andere nötig genaue Vorbereitungen zu treffen und den Schülern präzise Anweisungen zu erteilen in welcher Reihenfolge vorgegangen werden soll und wie ihre Aufgabe geartet ist. Einige Schüler klebten Tapetenabschnitte einer Rolle zu einer großen Leinwand zusammen, die demnächst bemalt werden kann. Andere zeichneten und malten ihre eigene Vorstellung vom Bühnenhintergrund auf ein A4/A3 Blatt. Der Rest faltete akribisch einige Papphocker und versuchte sich in alternativen Bauvarianten des Rathauses. Sehr positiv war, dass es beim Holen der Arbeitsmaterialien sehr ruhig zuging und im Allgemeinen eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorlag.

Zum Durchspielen des Stückes kamen wir nur einmal ganz, da die Gestaltung der Materialien und der Wechsel des Unterrichtsraumes mehr Zeit in Anspruch nahm als erwartet. Allerdings war uns dieser Schritt wichtig, damit Schüler gleich die neu erstellten Requisiten ausprobieren konnten und die Rollentexte noch einmal eine „Auffrischung" erfuhren.

   

Die 6. Stunde

Diese Stunde begann etwas durcheinander, da sich insgesamt 4 Schüler von der Theater-AG verabschiedeten. Zwei traten dem Chor bei, der zeitgleich stattfindet und die weiteren beanspruchten für sich mehr Trainingszeit (Sportschule). Allerdings ist auch eine neue Schülerin dem Theaterprojekt beigetreten, worüber wir uns sehr freuten. Wir begannen erneut als Einführung mit einer Lockerung. Diesmal versuchten wir eine klassische „Laola-Welle" als Grundmuster eines Spiel zu nutzen. Dazu stellten sich die Gruppe im Kreis auf. Der erste Schüler macht eine einzige Bewegung vor und andere führen diese ebenso aus (z.B. Arm ausstrecken), diese Bewegung bleibt allerdings für die „zweite" Welle bestehen. Der zweite Schüler steuert also nur eine zusätztliche Bewegung bei, die alle nach ihm weiter ausführen et cetera. Schüler mussten ihre Mitschüler genau beobachten und die Übungen gewissenhaft ausführen. Nach einer gelungenen Runde wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht indem bis 4 durchgezählt wurde. Im Kreis waen jetzt 4 Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Figuren. Jeder vierte Schüler machte also die gleichen Bewegungen und durfte sich nicht von seinen Nachbarn ablenken oder verunsichern lassen.

Nach erneuter Rollenverteilung bzw Umverteilung aufgrund der Abgänge wurde der Text gelesen und gespielt. Viele waren positiv davon angetan mehr Text zu haben. Wichtig war für uns die individuelle Koordination der Schüler im Stück, um adäquat auf ihren Vorgänger zu antworten.

Ebenfalls organisierten wir für die weiteren Sitzungen besonders in Hinblick auf die kommenden Aufführung vor Publikum (Eltern, Lehrern) Materialien, die für das Stück benötigt werden. Diese können von den Schülern bearbeitet werden und so aktiv an der Gestaltung der Kulisse und der Requisiten mit teilnehmen.

Zum Abschluss hat jeder Schüler jeweils 2 Zettel gezogen auf denen Verben geschrieben standen. Diese Tätigkeiten sollten die Schüler pantomimisch darstellen und vor der Gruppe darbieten. Die Mitschüler sollten das dazugehörige Tätigkeitswort erraten.

   

5. Stunde

Nach einer 14-tätigen „Theater-Pause" (aufgrund der sächsischen Schulferien) sind die Schüler wieder motiviert und ambitioniert in den Kurs gestartet. Zu einer Arbeitsatmosphäre beigetragen hat auch die verhältnismäßig kleine Schülerzahl, da einige Kinder für diese Sitzung entschuldigt waren. Auf dem Programm stand erneut die Arbeit am Text und dessen Rezeption. Zu Beginn tauschten wir gesammelte Erfahrungen aus den Ferien aus.

Nach einigen spielerischen Formen (zum Unterrichtseinstieg und Lockerung), die die Konzentration und koordinatorische Fähigkeiten der Schüler schulten, haben wir uns dem Schwerpunkt des Theater-Spielens zugewendet. Dabei konstituierten wir eine Situation die bühnenähnlich war. Nur die Darsteller standen auf der Bühne und die anderen Schüler saßen als Beobachter im „Publikum" und betrachteten gespannt das Spiel der anderen. Im Anschluss sollte die Leistung beurteilt und subjektiv eingeschätzt werden. Kriterien zur Einschätzung erarbeiteten wir uns mit den Schülern. Hierbei waren die Antworten recht kritisch und die Schüler gaben eigens viele Vorschläge zur Verbesserung, welche die „Spielerfraktion" auch gut aufnahmen. Einige Passagen des Stückes ließen wir mehrmals wiederholen, damit Schüler sich in Betonung und Spiel ausprobieren konnten. Wir sprachen über Laufwege und Blickrichtung beim Schauspiel und zu welchen Schülern und welchen Punkten einzelne Schüler gerichtet sprechen sollten. Als Abschluss probten wir das Lied „Wer will fleißige Handwerker sehen", welches beim Bau des Rathauses im Stück von den Bürgern gesungen werden soll. Die Schüler erwiesen sich als sehr textsicher und sangen freudig das Lied. Jede Strophe beschreibt einen anderen Beruf und dessen charakteristische Tätigkeit (Tischler -hobeln), die von den Schülern dargestellt wurde.

   

Die 4. Stunde (29.09.2010)

Nach zwei Spielen zur Einführung (1. Schüler nahmen eine imaginäre große Kraft von ihrem Nachbarn mit ihrer rechten Hand auf und gaben diese mit der linken an ihren nächsten Partner weiter 2. Schüler stellen sich im Kreis auf; sie zählen die Zahlen bis neun hoch, wobei sie entsprechend der Zahl die jeweilige Anzahl der Schritte tätigen: also pro Schritt wird die Zahl angesagt und danach „Hey“ gerufen; dies geht bis zur 8 gleichsam von Statten nach der 9 wird allerdings das „Hey- Rufen“ ausgelassen; erhöhter Schwiergkeitsgrad kann hereingebracht werden, wenn bei jeder ungeraden Zahl dieser Ausruf unterbleibt), die jeweils die Konzentration, Auffassungsgabe und Koordination der Schüler ansprachen und testeten begannen wir erneut mit dem Proben des Stückes. Jeder Schüler nahm dabei erneut seine Rolle ein, die er in der vorhergehenden Stunde erprobt hat. Viele Schüler ahben Ihrer Texte bereits auf einen eigenen Zettel geschrieben und sich die Namen ihrer Vorgänger darauf notiert.

Neu war, dass die Kinder den ersten Teil des Stückes einmal in trauriger Gemütsverfassung und im zweiten Durchgang in lustiger, heiterer Art vortragen sollten. Wietrhin ordneten die Schüler ihren „Bürgern“ einen Beruf zu und nannten Eigenschaften oder Fähigkeiten ihres Charakters. Berufe der damaligen Zeit wurden an die Tafel geschrieben. Neben Übungen zur Aussprache der jeweiligen Texte wurde weiter an den Rollen gearbeitet und teilweise neue Sätze hinzugefügt. So wurde der Anspruch für einige Schüler ein gehoben, die ihrer Meinung nach zu wenig zu sagen hatten oder noch zusätzlich ihre Aussage schmücken wollten.

Bedeutsam für die Studne war es Emotionen in den Vorrag des Stückes zu bringen und ein wenig mit dem Etxt und den Rollen zu „spielen“, Dinge zu erproben: Schüler sollten nicht „steif“ reden ujnd an ihrer Vorlage klammern, sondern sich ein wenig bewegen, den Vorgänger oder Nachfolger anblicken und versuchen zu ihm zu sprechen. Dabei telten wir die große Gruppe in mehrere 4er-Gruppen, welche jeweils ihren Abschnitt „durchspielten“.

Als Abschluss folgte ein weiteres Spiel, indem ein Ball von einem Schüler zum anderen geworfen wurde. Einer nannte eine Farbe und derjenige der den Ball bekam, musste ein Tier nennen, welches diese Farbe trägt; anschließend konnte er eine weitere Farbe bestimmen und den Ball weiter zu einem Mitspieler in die Runde werfen.

   

Die 3. Stunde (22.09.2010)

Als Einstiegsspiel -zur Lockerung und Erwärmung- wanderte erneut der imaginäre Ball durch den Körper der Schüler. Dreimal wurde der Text von den Schülern mit verschiedenen Rollen hintereinander gelesen. Wir machten uns Notizen, welche Kinder für eine gewisse Rolle in Frage kommen würden und spezialisierten es im weiteren Durchgang. Des Weiteren nahmen wir die Rollenverteilung für das Stück vor.

Weniger vorteilhaft lief das "Spielen" der einzelnen Rollen. Häufig kam es zu Störungen durch übermotivierte oder unterforderte Schüler. In Zukunft sollte konsequenter agiert werden und um Ruhe gebeten werden, Entspannungspausen eingeräumt werden um eine konstruktive Arbeits- und Lernatmosphäre zu konstruieren. Das mehrmalige (zu häufige) Durchsprechen brachte die Schüler an die Grenzen ihrer Konzentration. Jeder Schüler wollte seine Wunschrolle erhalten. Wir haben versucht mit Spielen- ua. in denen die Schüler in die Rolle des Regisseurs schlüpfen konnten- Abwechslung hereinzubringen und sie somit zur konzentrierten Arbeit mit dem Text zu motivieren. Zu Störungen kam es dadurch, dass Schüler häufig über Organisatorisches aufgeklärt werden wollten und sie auch andere Rollen testen wollten.

   

Die 2. Stunde (15.09.2010)

Viel Zeit geht mir am Stundenanfang für Organisatorisches verloren (Teilnehmerlisten, Wer wird später abgeholt?). Wir beginnen die Stunde dann mit Erwärmung und Lockerung wie in der Stunde davor, weil dies der Wunsch der Kinder war und diese Übungen mir einen guten Stundeneinstieg boten (Den Ball erst durch den Körper wandern lassen, dann ihn weitergeben und schließlich den Ball so weitergeben, dass allein durch die Art der Ballübergabe deutlich wird, um was für ein Ball es sich handeln könnte). Dann lass ich mir einige Gefühle nennen, welche die Kinder können und nenne selber weitere Gefühle. Dann machen wir das, was wir gerade mit dem Ball gemacht haben, mit Emotionen. Wir geben also im Kreis Emotionen herum und spiegeln auch immer die vom Vordermann.

Dann lasse ich das Stück komplett lesen. Und zwar erst einmal im Kreis, da die Rollen noch nicht verteilt sind. Im nächsten Schritt verteile ich die drei wichtigsten Rollen und lasse sie von verschiedenen Personen betont sprechen. Die einfacheren Rollen werden weiter im Kreis vorgelesen. Ich sage den Kindern, dass die heutige Rollenverteilung noch ohne Bedeutung ist, weil erst in der nächsten Stunde Rollen vergeben werden sollen. Ich nutze aber gleichzeitig auch die Chance, mir Notizen zu machen, wer für welche Rolle geeignet sein könnte.

Zum Stundenabschluss folgen zwei Spiele. Das eine ist eine Standbilderstellung. Ich lasse mir die Aufgaben eines Regisseurs beim Film erklären, dann ernenne ich drei Regisseurteams, welche daraufhin kurz Zeit bekommen, sich abzusprechen. Dann stellen alle Teams nacheinander mit den gleichen fünf Schauspielern ihre Version der Szene nach und erklären diese. Das letzte Spiel ist, auf mehrfachen Wunsch der Schüler, noch einmal Charade. Diesmal sollen allerdings Berufe pantomimisch dargestellt werden.

Diesmal war die Gruppe deutlich ruhiger, die zum Teil wirklich schwierigen Spiele wurden schnell verstanden und konzentriert umgesetzt. Ich reagiere leider noch nicht konsequent genug auf alle Störungen und ignoriere sie von einzelnen Schülern zu häufig, anstatt sie offen anzusprechen.

- Eric Hähnel

   

Die 1. Stunde (08.09.2010)

Die ersten beiden Stunden leite ich das Theaterprojekt noch alleine. In Theaterpädagogik bin ich reichlich unerfahren, freue mich aber über das Vertrauen, welches mir die Schule entgegenbringt. Da ich das erste Mal in der Schule bin und weder Gesichter noch einen einzigen Namen kenne, beschließe ich daher, nachdem ich mich vorgestellt habe, mit einem Kennlernspiel einzusteigen. Die Kinder nennen dafür ihren Namen und ein Hobby oder etwas anderes, was sie auszeichnet. Dann ist der nächste dran, der die Namen und die Hobbys von mindestens zwei Vorrednern behalten haben sollte.

Dass zweite Spiel dient der Erwärmung. Ein imaginärer Ball wird gegessen und wandert nun durch den Körper. Überall wo er gerade ist, bewegen sich die Kinder (Kopf, Rumpf, rechte Schulter, rechter Ellenbogen…). Nachdem die Kinder so gelockert sind, stellen sie sich im Kreis auf. Ich werf nun den imaginären Ball in die Runde, der Ball wird einmal rumgegeben. Ich frage die Kinder nun, was für Bälle sie kennen (Fußball, Tischtennisball, Wasserball, Murmel…) und worin sich diese unterscheiden. Dann gebe ich einen Ball in die Runde. Sobald ein Kind den Ball hat, verändert sich dieser, und dass Kind soll nur durch Gestik begreiflich machen, was es denn gerade für einen Ball erhalten hat. Dann wird der Ball zum nächsten weitergegeben und verändert sich dabei.

In der nächsten Unterrichtsphase rufe ich alle zusammen. Ich erkläre ihnen, wie ich mir das Projekt und unsere Zusammenarbeit vorstelle. Auch erzähl ich ihnen etwas über das Stück, welches wir spielen wollen. Die Schüler sollen daraufhin Tiere pantomimisch darstellen, der Rest der Klasse soll das Tier erraten. Es folgt noch ein Bewegungsspiel, bei der die Schüler von Zeitlupenbewegungen bis zum hektischen Lauf sich bewegen. Sobald ich dreimal Klatsche, bleiben sie in Momentaufnahme stehen.

Zum Abschluss rufe ich noch einmal alle zusammen. Ich frage, welche dieser Spiele den Kindern Spaß gemacht hat und welche nicht wieder gemacht werden sollten. Das Stundenklima war recht unruhig.

- Eric Hähnel

   

Setting

Eine Grundschule mitten in Dresden. 16 Kinder sind für die Theatergruppe angemeldet; sie besuchen die erste bis vierte Klasse. Es sind überwiegend Mädchen in der Gruppe. Die Motivation ist relativ hoch. Die Stunden werden als Doppelstunden ohne Pause nachmittags 14:45 Uhr bis 16:15 Uhr abgehalten. Das Projekt läuft ein Schuljahr lang. Kurz vor Weihnachten soll das Stück erstmalig aufgeführt werden. Zwei Lehramtsstudenten im fünften Semester leiten das Projekt selbstständig. Es soll das Stück: „Die Schildbürger bauen ein Rathaus/ Die Schildbürger kaufen einen Maushund" geprobt werden.