Sommerferien mit den Gespenstern

Autorin: Teresa Fiutowska
Textbearbeitung: Ewa Frąckowiak
Durchführung: Klasse 1a der Grundschule in Wleń

Das Theaterstück in 4 Akten beinhaltet die Umweltschutzproblematik, gutes Benehmen in der Natur und die Notwendigkeit auf die Ratschläge der Erwachsenen zu hören in Bezug auf die eigene Sicherheit.

Es treten auf:

Erzähler:
Piotrek und Jurek

Akt 1:
Berggespenst,
Kasia,
Tomek

Akt 2:
Meergespenst,
Aśka,
Jacek,
Mama

Akt 3:
Waldgespenst,
Kuba,
Mama,
Papa

Akt 4:
Wiesengespenst,
Ola,
Basia

Bühnenbild:
Es kann ein allgemeines Naturbild sein oder passend zum jeweiligen Akt Bilder von Bergen, vom Meer, vom Wald oder Wiese darstellen.

Requisiten:

Akt 1:
Papierschnipseln, Kartons, Dosen, Rucksäcke

Akt 2:
Eimer, Sandformen,Decke

Akt 3:
Weidenkörbe,Tannenzapfen, Schleuder

Akt 4: Blumen, Leinenkapuzen für die Gespenster

Vorrede

Vor dem Vorhang stehen zwei Erzähler. Sie führen ein Gespräch. Dann geht der Vorhang auf, danach verlassen sie die Bühne.

Piotrek: Wir haben schon Sommer!
Es ist so herrlich!
Bald sind Sommerferien...

Jurek: Und wie gehts weiter?

Piotrek: Jeder träumt von Meereswellen oder einem Berggipfel oder irgenwelchen Abenteuern....

Jurek: Die werden uns nicht fehlen in der Natur...

Piotrek: Jeder möchte was Außergewöhnliches erleben,
eine Schatzsuche oder ganz was anders.
Eine Reise auf einer Jacht oder eine Forschungsreise ins Weltall...

Jurek: Du hast nur Unsinn im Kopf!
Aber ich denke ernst über den Sommer..

Piotrek: Ach, Quatsch! Meinst du das erst?
Ich habe doch eine Idee...
Komm wir beschprechen das gleich mit den Jungs...

Er flüstert Jurek was ins Ohr...Der schriet laut auf.

Jurek: Das wird aber schön!

Piotrek und Jurek: Sommerferien mit den Gespenstern!

Die Erzähler verlassen die Bühne

Akt 1

Ein Junge mit einem Mädchen, sportlich gekleidet und mit Rucksäcken auf den Schultern, gehen langsam und unterhalten sich. Im Hintergrund liegen Papierreste, Kartons, Tüten, eine Dose.

Tomek: Weißt du was Kasia,
mir ist zu Ohren gekommen,
dass in den Bergen Gespenster wohnen...

Kasia: Was sagst du da?
Ist das ein Witz,
oder machst du dich über mich lustig?

Tomek: Ich habe das schon irgendwo gehört.

Kasia: Allerdings ist ein Gespenst für mich keine Neuigkeit,
ich habe überhaupt keine Angst vor Gespenstern...

Tomek: Dann ist alles gut. Komm wir gehen weiter. Gerade aus, so wie sich das gehört...

Kasia: Aber guck mal Tomek, hier liegt was...

Tomek: Dreckige Papierreste, Tüten, eine Dose.

Kasia: Vielleicht ist das ein Streich des Berggespenstes?

Tomek: Oh! Mach dich bitte nicht über ihn lustig! Ein Geist ist eine sehr ernste Sache.
(zu den Zuschauern) Mit Kasia könnte man herrlich spaßen! Glaubt ihr mir nicht? Dann zeige ich es euch!

Kasia: Oh! Ist das eklig über den Müll zu laufen.

Tomek: Jetzt auf mein Kommando soll das Berggespenst vor uns erscheinen!

Erst hört man die Stimme des Berggespenstes und dann steht es in einer gewissen Entfernung von den Kindern auf der Bühne.

Berggespenst: Wer ruft mich?
Von wem wurde ich heraufbeschworen!
Um was geht es?
Ich komme schon!

Kasia: To.. Tomek..
Jemand kommt näher...

Tomek: und schwebt langsam wie ein Gespenst...

Berggespenst: Wer hat mich gerufen?
Was ist los?

Tomek: Schau mal, verschmutzte Wiese...
Bestimmt war ein Geist unterwegs
und hat diesen Dreck in der Natur hinterlassen...

Bergespenst: Ein Gespenst?
Habt ihr Beweise?

Tomek: Schau mal Berggespenst, so viel Müll...

Berggespenst: Vielleicht haben das Kinder hinterlassen?

Kasia: Wa ...Warum redest du schlecht über uns?

Tomek: (zu den Zuschauern) Au! Kasia hat schon Angst!

Berggespenst: Ich frage nur und ich spreche nicht schlecht über euch!
Der Müll ist nicht vom Himmel gefallen!

Kasia: Wi.. wir räumen auf,
wenn es sein muss..
(Sie fängt an, den Müll aufzusammeln)

Berggespenst: Es bleibt euch nichts anderes übrig...

Tomek: Ich soll aufräumen?

Berggespenst: Hast du einen anderen Vorschlag?

Tomek: Vielleicht sollten die aufräumen, die den Dreck verursacht haben?

Berggespenst: Jetzt ohne Widerrede Kinder...

Tomek: (zu sich) O! Was für ein Gespenst!
Ich habe gekriegt was ich wollte.
Warum habe ich es überhaupt gerufen?
(Beide Kinder sammeln den Müll. Das Berggespenst tanzt und springt.)

Berggespenst: Der Bergeist muss über die Berge springen,
um den Verschmutzer zu finden...
(zu sich) und wer Abenteuer erleben möchte,
den kann ich auch erschrecken!

Es ertönt ein lautes Lied "Hej ,ich gehe in den Wald meine Feder dreht sich"

Berggespenst: Es gehen Jungs mit ernsten Gesichtern.
Warum sind sie so stolz?

Jungen gehen auf die Bühne und singen wieder.

Jungen: Hej, ich gehe in den Wald,
meine Feder dreht sich.

Berggespenst: Ich kann es nicht mehr aushalten!
Gleich springe ich runter!

Er springt zu den Jungen.

Berggespenst: Kennt ihr nicht die Gesetze der Berge?
Was ist das wieder für ein Gesangsverein?
Was ist das für ein Lärm?
Bitte jetzt ist aber damit Schluss!

Jungen: Wa..as i...sst das?
We..r ist das?
Sind das etwa Gespenster?
(gehen zurück und laufen weg) Wir laufen weg!

Berggespenst: Die sind ja mutig!
Und jetzt hört man sie nicht mehr.
Endlich Ruhe. Wunderbar.

Er geht.
Vor dem Vorhang stehen Piotrek und Jurek

Piotrek: Kasia hat uns ein mutiges Mädchen vorgespielt,
aber sie hat sich von dem Geist erschrecken lassen...

Jurek: Sie wird über Abenteuer erzählen...

Piotrek: Überall wird sie es erzählen...

Jurek: Nicht immer sieht man ein Gespenst...

Man hört das Meer rauschen.

Piotrek: Man hört das Rauschen des Meeres...hör mal.

Piotrek und Jurek verlassen die Bühne.

Akt 2

Im Hintergrund hört man Meeresrauschen. Auf einer Decke sitzen Mama, Aśka und Jacek. Daneben liegt Strandspielzeug.

Aśka: Ich gehe im Meer baden.

Mama: Nein auf gar keinen Fall. Heute darf man das nicht.
Schau mal was für eine riesige Welle. Schwarze Fahnen sehe ich schon von weitem..

Jacek: Wellen sind immer da, komm Aśka wir gehen.

Sie rennen ins Meer

Mama: Sie rauschen gefährlich,
immer schlimmer.

Vor den Kindern erscheint das Meeresgespenst.

Meeresgespenst: Ich komme aus der Meerestiefe.
(zu den Zuschauern) Ich muss die Kinder vertreiben.
(zu den Kindern) Hey! Hey! Ich bin ein Meeresgespenst!

Jacek: Aśka? Bilde ich mir das ein?
Wer steht denn gerade vor uns?

Aśka: Ach! Das ein Ungeheuer!
Ich habe Angst! Ich bleibe hinter Dir stehen,
ich kann mich nicht bewegen....

Meeresgespenst: Ich bin ein Gespenst.

Jacek: Lange möchte ich hier nicht mehr bleiben.
Das Ungeheuer kommt gerade auf uns zu.

Meeresgespenst: (zu den Zuschauern) Was untertauchen soll, muss schnell verschwinden
(zu den Kindern) Dem Meer bleibt ihr heute fern!

Jacek: Aśka! Beweg dich!
Ich renne weg!

Aśka: O! Schon kommt die Mama zu uns.
(Sie fällt der Mutter in die Arme.) Gut, dass ich nicht alleine bin.

Die Mutter umarmt die Kinder. Sie gehen.

Meeresgespenst: Das Problem ist gelöst!
Braucht man wirklich ein Gespenst, das die Kinder zuhören lässt?

Der Vorhang geht zu. Davor stehen Piotrek und Jurek.

Piotrek: Das Gespenst hat den Kinden eine Lehre erteilt!

Jurek: Geist? Ungeheuer - mir stehen schon die Haare zu Berge.

Piotrek: Abenteuer, wirklich toll...
Nur vielleicht zu viel von den Geistern?

Jurek: Leise...Hörst du? Es kommt jemand...

Der Vorhang geht auf. Mama, Papa und Kuba gehen langsam. Mama trägt einen Weidenkorb mit Proviant, Papa mit Pilzen.
Piotrek und Jurek gehen.

Akt 3

Mama: Es ist heute sehr schön im Wald...
der Wind bringt angenehme Düfte mit sich.

Papa: Wir setzen uns jetzt auf die Wiese mit unserem zweiten Frühstück
(Kuba hält sich hinter den Eltern auf) und danach gehen wir wieder Pilze sammeln...

Kuba: Und ich würde lieber Fische angeln...

Mama: Ach, das sind nur deine Launen...

Papa: Schau mal was für schöne Wälder...

Die Eltern verlassen die Bühne.

Kuba: Kann ja sein, dass sie so schön sind, aber ich habe Langeweile...
Gut, dass ich meine Schleuder mitgenommen habe,
gleich werde ich mit den Kiefernzapfen schiessen.
Mama und Papa werden es nicht hören.

Das Waldgespenst streckt seinen Kopf raus.

Waldgespenst: Schleuder in den Kinderhänden?
Wenn er mich gleich entdeckt rennt er sicherlich schnell dorthin,
wo der Pfeffer wächst.

Mama: (man hört die Stimme der Mutter hinter dem Vorhang) Wo bist du?

Kuba: Hier, neben der Kiefer...
(zu sich) Jetzt muss ich ein paar Kiefernzapfen finden,
um den Wolf umzubringen.
Oder ich schiesse der Elster in den Schwanz.

Waldgespenst: Der Elster? Das ist schon zu viel!
Ich gehe ihm jetzt Angst einjagen.
Es geht nicht mehr.
Mit den Gespenstern ist nicht zu spaßen!

Das Waldgespenst geht in Kubas Richtung, dabei schaukelt er hin und her und schüttelt mit den Händen.

Waldgespenst: Mach keinen Krach im Wald.
Und verschwinde zu deiner Mama!
(Kuba macht die Augen zu, bedeckt sein Gesicht mit den Händen, reibt sich die Augen.)
O! Mein Auftritt ist gelungen!

Kuba: Mama, Papa, ich werde von einem Geist verfolgt!

Er rennt zu den Eltern und wirft die Schleuder weg.

Waldgespenst: Die Schleuder ist ihm aus den Händen gefallen,
meine Arbeit ist damit getan.
Trotzdem möchte ich im Wald bleiben, um die Tiere zu beschützen.
Es setzt sich hin und wendet sich an das Publikum.

Und wer ihnen Schaden zufügen möchte,
dem droht ein Treffen mit mir!
Er schaut in Kubas Richtung.
Kann Kuba noch frühstücken?

Vor dem Vorhang stehen Piotrek und Jurek.

Jurek: Gespenster, herrlich. Gute Idee.
Er klopft auf Piotreks Schulter.

Du bist in Ordnung mein Fruend.

Piotrek: Sag mir aber mein Freund, hast du noch nicht genug von den Gespenstern?

Jurek: Aber nein, deine Geister sind eine super Sache!

Piotrek: (zu den Zuschauern) Ist das nicht ein schönes Spiel?

Jurek: Hörst du lautes Applaudieren?
Alle Kinder lieben Gespenster.

Piotrek: Wir hatten schon das erste, zweite, dritte...
Ich könnte auch das vierte rufen...

Jurek: Dann los! Wir gehen wieter!

Akt 4

Der Vorhang geht auf. Auf der Bühne pflücken zwei Mädchen Blumen.

Jurek: Schau mal, ist das nicht eine schöne Wiese?
Hier ein Schmetterling, dort ein Marienkäfer.
Ola und Basia pflücken hier Blumen.

Piotrek: Glockenblumen, Mohnblumen, Seidenblumen, Gänseblümchen und Kamille.

Die Mädchen setzen sich hin und flechten einen Kranz.

Jurek: Sie flechten aus den Blumen Kränze.
Ich kann gar nichts Verkehrtes dabei entdecken.

Piotrek: Leise... Schau mal zu mein Freund...

Ola: Schöne Blumen, aber was für eine langweilige Arbeit.
Basia, ich möchte lieber zurück nach Hause gehen!

Basia: Hör auf! Wir werden die Kränze auf den Köpfen tragen.

Ola: Wir werden sie irgendwann zu Ende pflücken.
Komm! Bitte! Wirf die Blumen weg.

Basia: Es verwelken Mohnblumen,Seidenblumen.

Ola: Ich schmeiße meine weg. Du siehst es selber.
Zu Hause wartet die Mama auf uns.
(Sie schütteln die Blumen runter von den Knien und stehen auf.)
Dort werde ich ein paar Äste abpflücken.
Ich mache daras einen Strauß für die Mama.

Basia: Sie verwelken wie die Blumen.

Ola: Falls sie verwelken, lasse ich sie hier.

Basia: Möchtest du sie wieder weg werfen?

Sie gehen zu einem Gebüsch.

Ola: Hier steht ein schönes Gebüsch und dort ganz viele verschidene Bäume,
ich pflücke ein paar Äste ab.

Piotrek: (er flüstert laut hinter dem Vorhang) Wiesengespenst beginne es!

Wiesengesenst: (Erst hört man seine Stimme, dann kommt es auf die Bühne) Na gut! Wenn es sein muss...
Hu, hu, hu! Buuuuuuuuhhhh!

Ola: O nein! Basia ! Es kommt ein Gespenst!!!

Sie klappert mit den Zähnen.

Basia: Ein Gespenst? Wiesengespenst?

Ola: Ja so einer!

Wiesengespenst: Die Glockenblumen, die Mohnblumen haben Angst vor euch,
jetzt muss ich euch Angst einjagen!

Ola: Hör auf! Ich habe schon Bauchschmerzen!

Basia: Bist du ein Wiesengespenst?
Beschützt du sie?

Ola: Komm wir flüchten! Da ist das Haus!

Wiesengespenst: Habt ihr immer noch im Sinne, Äste abzubrechen?

Ola: Ich renne jetzt weg. Ich werde ihm nicht antworten!

Sie rennt weg.

Basia: Du bist ein sehr kluger Geist.

Wiesengespenst: Und du bist sehr tapfer,
sogar vor einem Gespenst hast du keine Angst.
Ola ist sicherlich schon zu Hause!
Aber verrate niemandem was von dem Gespräch mit dem Gespenst.

Er geht weg.

Basia: Ich bin wirklich tapfer, obwohl meine Knie noch zittern.
Ich gehe, die Mama wartet schon auf mich.

Der Vorhang geht zu.

Jurek: (zu den Zuschauern) Ihr werdet auch gleich weiche Knie bekommen,
es kommen die Gespenster zu uns...

Piotrek: Jurek, mach den Kindern keine Angst.
Ich stelle euch jetzt unsere Gespenster vor:
das erste, das zweite, das dritte, das vierte...
Die Gespenster mit den Leinenkapuzen auf dem Kopf kommen einzeln auf die Bühne.

Die Karten werden aufgedeckt.

Jurek: Nein nicht die Karten sondern die Kapuzen.
Er zieht den Gespenstern die Kapuzen runter.
Das ist das von der Wiese, das aus dem Wald. Das kommt aus dem Meer, und dieses von den Bergen.

Die Gespenster stellen sich mit Vor- und Nachnamen vor.

Piotrek: Jetzt müssen wir uns von euch verabschieden.
Bestimmt treffen wir uns noch einmal irgendwo.
Es war nett mit euch zu spielen.

Jurek: Zur Erinnerung! In den Bergen, im Wald, am Meer oder auf der Wiese sind tausende von den Geistern.

Piotrek: Wer ein Gespenst nicht treffen möchte, der soll immer auf die Mama hören.

Jurek: Der soll auf den Papa hören und somit den Sommer mit Lachen verbringen!

Gespenster: (ziehen Kapuzen wieder an) Und an uns sollt ihr auch denken an den ganz gewöhnlichen Tagen, aber auch an den Feiertagen.

Ende